Hochgenaue taktile Vermessungen

Zunächst wird der Messpunkt von der Messmaschine angetastet. Danach drückt die Messmaschine den Messkopf, vereinfacht gesprochen, ganz leicht am Anstastpunkt gegen das Werkstück. Als Folge übersteuert dieser ein wenig.

Wenn man im Video unten genau hinschaut, kann man nach jedem Antasten sehen, dass das Messystem ganz leicht auslenkt. Bei der Antastung und dem anschließenden Übersteuern und Zurückkehren in die Ausgangsposition ermittelt das interne Mess-System des Tastkopfes (Renishaw SP25-2) den exakten Antastpunkt.

Durch diesen Vorgang wird eine hochgenaue Messung ermöglicht - zum Preis einer längeren Messdauer.

Vorteile der hochgenauen, taktilen Vermessung

  • Im Vergleich zur normalen taktilen Messung um ca. 60% genauer

Nachteile der hochgenauen, taktilen Vermessung

  • Um ca. 60% längere Messzeit
  • Relativ geringe Punktdichte
  • Nicht zwingend kompatibel mit anderen Messverfahren und Tastsystemen

Anwendungen der hochgenauen, taktilen Vermessung

  • Bei sehr formstabilen CNC-gefertigten bzw. geschliffenen Teilen mit einer geringen Rautiefe
  • Beispiele:
    • CNC-gefertigte Konstruktionsteile
    • Einstellmeister (Stahlring) für die Fertigung